Ich und die Andere
… aus dem Leben eines Zwillings
• WIRsein •
Ein bisschen mehr als achtzehn Jahre ist es her, als meine Eltern anfangen mussten, sich Gedanken zu machen, wie sie die zwei zerknautschten, rosig und ziemlich kleinen Bälger nennen sollten. Das blonde Engelchen sollte schließlich eine Anne werden. Komplettiert wurde das doppelte Glück durch das freche Schwesterchen Sophia.
Zwillinge. Ein Bauchumfang von 1,10 Meter und 7 Monate Krankenhausaufenthalt. Handwaschbare Baumwollwindeln drehten sich im Akkord in der Waschmaschine. Umwälzung des Sozialsystems forderten zusätzlich wie die einhergehende berufliche Neuordnung die Eltern.
Nun, 18 Jahre später, sind aus den Frühchens selbstständige Heranwachsende geworden. Kleine Kabbeleien, große Versöhnungen und schwesterlicher Zusammenhalt gehörten wie bei vielen anderen Geschwistern ebenso dazu. Das gleiche Alter spornte an, den jeweilig anderen zu motivieren; Interessen entwickelten sich - wie überraschend - in die gleiche Richtung.
Mit dem Status “Zwilling” zogen aber auch Probleme einher. Der ständige Vergleich in der Grundschule hielt einen gleichen Werdegang auf der folgenden Bildungseinrichtung nicht stand und führte dazu, dass beide auf unterschiedlichen Schulen sich getrennt von einander beweisen mussten. Mittlerweile führte das Abitur sie wieder zusammen, der Status “Zwilling” kommt wieder zum tragen.
Was uns ausmacht?
Die Erfahrungen die man mit einander macht? Nur werden die sich nicht allzu sehr von denen eines jeden anderen Geschwisterkindes unterscheiden. Denn letztlich sind wir nichts anderes - einfach nur Geschwister, die sich nicht einmal besonders ähnlich sehen.
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Die fabelhafte Welt der
… Arbeiter
Teil 7
• WIRsein •
GELD! (stieg mir in den Sinn)
ERFOLG! (erwartete ich mir)
ERFAHRUNG! (konnte ich gebrauchen)
Die Ausgangssituation: Mein achtzehnter Geburtstag.
Ein pulsierendes Fest, pompöse Geschenke, ausgelassene Gäste - Die Visionen eines Normalsterblichen beim Gedanken an die Volljährigkeitsparty im 21. Jahrhundert. Rechne man die alkoholisierten Jungdamen hinzu, die im Rausche des Feierlichkeiten freizügige Bekanntschaften mit Rotweinbowle und Schaumgetränken gemacht haben, so kann ich mich getrost in die Schlange der klischeehaften Vorstellungen Mittvierziger über die deutsche Jugend und ihre Partygewohnheiten einreihen.
Wären da nur nicht die kleinen Widerhaken, die einem die Lust an der neu gewonnenen Freiheit rauben …
Bequem, wirklich bequem drückte sich mein Hinterteil in die weiche Polsterung. Die Farbe - gewöhnungsbedürftig, obwohl ja weiß gerade im Trend liegen soll.
Ein bisschen “NEU” lag noch in der Luft. Der typische Geruch aus Synthetik und Werkstatt. Provoziert Kopfschmerzen, aber das nur am Rande.
Doch das Beste: Der Tank war voll.
Welch ungemeinen Fahrspaß man genießt, wenn das Auto frei von nervösen, überempfindlichen Elternteilen ist, die Musik Vibrationen im Lenkrad auslöst und eine frische Briese durch das halb geöffnete Dachfenster pfeift.
Doch … Plötzlich und unerwartet, der Blick auf die Tanknadel. Ein Graus.
Die Lösung: Ein Job muss her!
Leichter gesagt als getan. Doch wie es der Zufall will, lohnte sich mein täglicher Blick ans Schwarte Brett in der Schule endlich und erlöste mich von endlos Telefonaten mit potentiellen Arbeitgebern.
Das Schlossrestaurant suchte. Und fand mich.
Als Genießer und Liebhaber kulinarischer Gaumenfreuden passte der Aushilfsjob zu mir in Lübbens bester Küche wie die Zwiebel zur Leber.
So waren die langen Abende in der stickigen Küche gefüllt voller Elan und Tatendrang, der zumindest ein bisschen mein missglücktes Talent im Küchenhandwerk übertünchte.
Stunde um Stunde eilten dahin. Die Beschäftigung ließ die Zeit schnell verstreichen.
Müde, K.O. und im Hinterkopf die unerledigten Hausaufgaben gingen auch diese Abende der Einarbeitungszeit zu ende.
23 Uhr - mein Bett naht.
Fazit: Fahrspaß impliziert müde Beine, raue Hände und Tränensäcke. Vom Gezetere meiner Chemielehrerin ganz zu schweigen …
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Shylocks Tochter
• BELESENsein •

Venedig im 16. Jahrhundert. Die Stadt erblüht im Handel. Mittendrin: Jessica, die Tochter eines wohlhabenden jüdischen Kaufmannes.
In Anlehnung an Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ erzählt Mirjam Pressler die Geschichte einer jungen Jüdin im italienischen Ghetto. Eingeengt durch Vorschriften der christlichen Oberschaft träumt Jessica von der weiten Welt, Abenteuer und dem Rausch uneingeschränkter Genüsse. Heimlich schleicht sie immer wieder über die Grenzen des Ghettos hinweg, bis sie sich in den Christen Lorenzo verliebt. In der Ahnung, nie den Zuspruch ihres Vaters für eine Hochzeit zu bekommen, flieht Jessica mit dem Jungadeligen. Sie taucht in eine fremde Welt und wendet sich ihren alten Traditionen, Freunden und der Familie ab.
Unterdessen erfährt der Leser mehr über den jüdischen Alltag, Bräuche und diffamierenden Schikanen. Shylock, der Kaufmann, wird Opfer von Intrigen und Hinterhalt. Er kämpft um seine Existenz und fürchtet das Leben seiner Tochter und der treuen Haushälterin, die schwer erkrankt.
Die Handlung baut sich um Jessica auf, die als junges Mädchen mit dem Freiheitsdrang einer heranwachsenden Dame zu kämpfen hat.
Gespickt mit Informationen über das Judentum gibt Mirjam Pressler in ihrem historischen Roman interessante Einblicke in das Leben der Glaubensgemeinschaft. Sie thematisiert das Leben der Jugend und zeigt das Zusammenleben von Christen und Juden auf.
Shylocks Tochter
Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg
Roman
272 Seiten
€ 16,90
ISBN 978-3-407-81027-4
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• AKTIVsein •
Ob feuchtwarmer Sonnenschein oder plötzlicher Regenguss - Petrus Launen hinderten die acht Mannschaften nicht daran, sich erstmals am vergangenen Samstag auf dem Sportplatz Wettiner Straße zum Antifaschistischen Fußballturnier in Lübben zusammen zu finden.
Gemeinsam mit der Caritas organisierte die Arbeitsgruppe „Alternative Subkulturen Spreewald“ das Freundschaftsspiel der Jugendlichen. Vornehmlich Gruppen aus Lübben, aber auch Senftenberg und Cottbus, traten bei den Straßenfußball ähnlichen Kurzspielen an. Wacker erkämpfte sich die Lübbener Gruppe „Heimvorteil“ in einem spannenden Finale den Pokal. Die immer wieder aufkommenden heftigen Regenschauer taten dem Spiel kein Abbruch. Die Spieler kickten bis zum Schluss auf dem Feld.
Auf Grund der guten Resonanz seitens der Jugendlichen und Anwesenden werden in den kommenden Monaten mehrere Projekte und Angebote der Arbeitsgruppe folgen.
• Mehr Informationen •
alternative_subkultur@gmx.de
Bild: Auch kleine Blessuren gehörten zum Spiel
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Chancengleichheit?
• MACHTLOSsein •

Es gibt Tage, an denen man einfach nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann.
…
Aus Tage werden Wochen.
…
Wenn sich Unmut einschleicht und Resignation die Runde macht, ist es an der Zeit, zu hinterfragen.
Was ist es, das brandenburger Abiturienten hinter bayrische Mitstreiter stellt?
Das Bildungssystem.
Ein Kurs. 15 aufgebrachte Gymnasiastinnen. Und mitten drin ein großes Fragezeichen.
Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Zurecht?
Bereits mit dem Schulwechsel auf die weiterführende Bildungsstätte musste der Jahrgang Abstriche machen. Statt dem dreisprachigen Angebot wurde Latein als Wahlpflichtfach gestrichen.
Lehrermangel.
Interessierte wurde kurzfristig nach der Bewerbungsphase informiert und in die Russisch- oder Französischkurse aufgeteilt.
Vier Jahre später die nächste Enttäuschung. Die Wahl der Leistungs- und Grundkursfächer stand an. Der erste Schritt in die spätere Spezialisierung. Hier werden Grundlagen gelegt, Kenntnisse vertieft, Fächer abgewählt.
Doch wurden längst Möglichkeiten der Belegung ausgeschlossen, allein auf Basis der Ahnung, eventuell keine Schüler für den Kurs zu bekommen. Ein sicher entstehender Geographie-Leistungskurs wurde somit die Grundlage genommen.
Ähnliches Problem: Sportkurs der Mädchen. Zwischen Leichtathletik, Geräteturnen und Schwimmen konnte eine Entscheidung getroffen werden. Nur: Auch hier wurde im Voraus Schwimmen gestrichen.
“Das ließen wir uns nicht gefallen. Wir schrieben Rundmails und suchten die notwendigen 15 Mädels für den Kurs zusammen. Wir hatten es geschaft”
Engagement und endlose Diskussionen mit der Schulleitung brachte die jungen Frauen endlich ans Ziel. Schwimmen wurde nun auch, neben dem selbstverständlich stattfindenden Schwimmkurs der Männer, für die Frauen genehmigt. Es schien zu gelingen.
Nun, ein Jahr später, die bittere Enttäuschung. Kurz bevor es in die Halle gehen sollte, wurde der Kurs aufgelöst. Anweisung “von oben”.
Mehr zufällig erfahren die Mädchen, dass der Kurs, für dessen Entstehung Wochen gekämpft wurde, gestrichen wird.
Ursache: Lehrermangel. Die beiden prädestinierten Pädagoginnen wurden anderweitig eingesetzt. Der sich mit sechs Rettungsschwimmern zusammensetzende Kurs kann nicht abgesichert werden.
“Was ist daran schon gerecht? Andere Schulen in Brandenburg haben eine außerordentliche Palette an Angeboten für die Schüler. Interessen werden gefördert und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützt. Wir sind ein Bundesland und doch gibt es schon an unserer Schule gravierende Unterschiede. Ist das noch fair?”
Ende Mai war der brandenburgische Bildungsminister Holger Ruprecht in dem Gymnasium. Auch er nahm Stellung zu der Problematik. Doch eine wirkliche Lösung konnte auch er nicht geben.
In Berlin steigen die Schülerinnen und Schüler in die S-Bahn und sind nicht auf das nächstbeste, in der Nähe liegende Gymnasium angewiesen. Werden dort die Leistungskurse nicht den Interessen entsprechend angeboten, wird eine andere Schule angefahren. Doch im Flächenland Brandenburg geht das nicht.
Ist das noch Chancengleichheit? Hat hier jeder das gleiche Recht auf Bildung?
“Wir geben nicht auf. Noch nicht!”
Foto: JUGENDFOTOS / swordfish
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Scherenschleiferweise
• MUSIKsein •
Hört, was ich kürzlich als Fan folkloristischer Musik entdeckt habe.
Seit mehr als zehn Jahren tritt die Gruppe “Die Streuner” bei Mittelalterfestivals, Burgfesten, Ritterspielen, Banketten und Liverollenspielen auf. Liedgut aus sechs Jahrhunderten wird dabei vorgetragen mit altertümlichen Instrumenten.
Die witzig charmanten, bis anzüglich komischen Texte machen Spaß und gute Laune - Nicht nur bei Fans mittelalterlicher Klänge.

• Zum Weiterlesen •
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Name: Sophia Wilk

